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Städtische Porzellansammlung


Im Jahr 1994 wurde die erste Abteilung des Kronberger Hauses unter dem Titel „Höchster Porzellan 1746–1796” eröffnet. Die rund 750 Höchster Fayencen und Porzellane aus der Städtischen Sammlung belegen eindrucksvoll die große und vielfältige Produktpalette der alten „Höchster Porcellainefabrique”. Die Ausstellung führt in die über 260-jährige Firmengeschichte und Produktionsweise ein und vermittelt einen stilistischen Überblick über die außerordentliche Form- und Dekorvielfalt.

 

Unter der künstlerischen Leitung des bedeutenden Höchster Modellmeisters Johann Peter Melchior vollzog die alte Höchster Porzellan-Manufaktur in ihren Formen und Dekoren den stilistischen Wandel von den verspielten heiteren Rokokoformen zum strengen Formenrepertoire des Klassizismus. Entsprechend sind die hochwertigen Luxuserzeugnisse nach ihren künstlerischen Bezügen, Vorbildern und Vorlagen geordnet. Ebenso sind in der Ausstellungspräsentation kulturgeschichtliche Aspekte miteinbezogen. Gezeigt wird, wie sich Nützliches mit Schönem verbinden kann, denn viele Porzellane erfüllten ihren Zweck im alltäglichen Leben – sei es auf der festlich gedeckten Tafel, bei der morgendlichen Toilette, als dekorativer Raumschmuck, zur häuslichen Andacht oder als begehrenswerte Sammlerstücke und Galanterien, die man gerne als Zeichen der Freundschaft und Liebe verschenkte.

 

Mit dem im Laufe des 17. Jahrhunderts einhergehenden Wandel der Lebensgewohnheiten änderte sich auch der Gebrauch der Geschirre. Durch die Einführung der drei exotischen kolonialen Heißgetränke Kaffee, Tee und Schokolade und durch die Einflüsse des französischen und spanischen Hofprotokolls änderten sich die Trink- und Speisegewohnheiten der gehobenen Adels- und Bürgerschichten im 18. Jahrhundert grundlegend.

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Potpourrivase mit mythologischer Purpurmalerei, Höchster Porzellan,1765/66, Maler Friedrich Carl Wohlfahrt, Modelleur Laurentius Russinger, Inv.-Nr. X25556 (c) hmf, Foto: U. Dettmar

Potpourrivase mit mythologischer Purpurmalerei, Höchster Porzellan,1765/66, Maler Friedrich Carl Wohlfahrt, Modelleur Laurentius Russinger, Inv.-Nr. X25556 (c) hmf, Foto: U. Dettmar