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PRESSEMITTEILUNG vom 25. August 2011 zum Download (Pdf)

 

Die moderne Stadt zwischen Disneyland und Abriss: Vom Umgang mit der Frankfurter Altstadt

 
Dr. Christoph Mohr, ehemaliger Landeskonservator, informiert in einem Vortrag über die Bau- und Planungsgeschichte der Frankfurter Altstadt im Rahmen der Sonderausstellung „Treuners Frankfurt. Das Altstadtmodell des historischen museums und sein Kontext” am Donnerstag, 1. September ab 18 Uhr im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse

 

Das Besondere an dem Vortrag mit dem Titel „Frankfurt Innere Stadt. Modernisierung – Bewahrung – Verlust – „Wiederaufbau”. Konzepte 1900 bis 1955” ist, dass die Frankfurter Geschichte um die Altstadt aus dem Blickwinkel des Denkmalschutzes beleuchtet wird. Dr. Christoph Mohr, der mehr als 30 Jahre beim Landesamt für Denkmalpflege in Hessen tätig war, berichtet, welche baulichen Konzepte es von 1900 bis 1955 in Frankfurt gab und zeigt, wie sich Denkmalschützer, Stadtplaner und die Bewohner in der jeweiligen Stadtplanungsdebatte zur Altstadt verhielten. Vor rund 120 Jahren lebten dort die Ärmsten der Armen und die Altstadt war ein Slum, heute unvorstellbar. Damals sah es in den engen Straßen und verfallenen Häusern düster aus: Es gab viel zu wenig sanitäre Anlagen, kein fließend Wasser, wenig Licht und Luft und schlechte hygienischen Bedingungen. Entsprechend oft wurden die Bewohner krank. Das Herz der Altstadt geriet immer mehr ins Abseits. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit verschiedenen Straßendurchbrüchen versucht, die alte Kernstadt an die neuen Entwicklungsgebiete im Westen, Norden und Osten anzuschließen. Anfang des 20. Jahrhunderts bemühten sich Stadtplaner und Bürger intensiv um die Sanierung Altfrankfurts. In den 1920er Jahren verstärkten sich dagegen heimatkundliche Bestrebungen um eine stärkere Bewahrung der Bausubstanz. In diese Zeit fällt die Amtszeit von Ernst May, dem damaligen Leiter des gesamten städtischen Bauwesens. Er war der Erfinder der Flächensanierung: Dahinter steckt der Gedanke, dass auch in noch so malerischen mittelalterlichen Baulichkeiten die Menschen nicht verkümmern sollten. Große Bauten sollten stehen gelassen und viele Gebäude abgerissen oder saniert, die Bewohner in die Außenbezirke umgesiedelt werden. Gegen diese Bestrebungen wandte sich in den 1930er Jahren eine Bürgerinitiative, deren Bemühungen unter dem Begriff der Altstadtgesundung” zusammengefasst wurden. In der Ära des Nationalsozialismus wurde dieser Begriff als „Nationalsozialistische Aufgabe” bezeichnet. Nach der Zerstörung der Altstadt im Zweiten Weltkrieg begann eine neue Epoche der Debatte um Rekonstruktion oder Moderne. Jede Stadtplanungsdebatte und -entscheidung ist geprägt von unterschiedlichen Bedingungen, Konzeptionen und Zukunftsvisionen, die an diesem Abend Thema sein werden.

 

Die Sonderausstellung „Treuners Frankfurt. Das Altstadtmodell des historischen museums und sein Kontext” zeigt, in welchem historischen Zusammenhang die Geschichte der Frankfurter Altstadt, die Arbeit der Brüder Robert und Hermann Treuner und das Altstadtmodell stehen. Die Treuners haben in rund 35-jähriger Arbeit – von 1925 bis 1961 – das 5,60 x 2,50 Meter große Altstadtmodell aus Holz, Karton und Papier mit 64 Einzelteilen geschaffen. Der Vortrag von Dr. Mohr findet am Donnerstag, 1. September 2011 ab 18 Uhr im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse statt. Am 28. September 2011 berichtet dann Björn Wissenbach, Mitglied im Sonderausschuss Dom-Römer über die aktuelle Lage der Neubebauung des Areals am ehemaligen Technischen Rathaus. Diskussionen können dann fortgesetzt werden. Interessierte können sich die Ausstellung jeweils vor dem Vortrag ansehen. Sie läuft noch bis zum 30. September 2011, der Eintritt ist frei.

 

 

Förderer und Partner
1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse, freunde & förderer des historischen museums frankfurt und Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

 

 

Information


Ort der Ausstellung
Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse
Neue Mainzer Straße 49
60311 Frankfurt am Main

 

Die Ausstellung ist zu sehen von
17. Mai 2011 bis 30. September 2011

 

Öffnungszeiten der Ausstellung
Montag bis Freitag, 9 bis 16 Uhr, Donnerstag 9 bis 18 Uhr.
Am Wochenende ist die Ausstellung geschlossen.
Eintritt ist frei.

 

Anfahrt
S-Bahn 1 bis 6, S-Bahn 8 bis 9, Station Taunusanlage
U-Bahn 1 bis 5, U-Bahn 8, Station Willy-Brandt-Platz

 

Konzeption und Organisation
historisches museum frankfurt
Dr. Petra Spona

 

Ausstellungsgestaltung
Exposition GbR, Frankfurt am Main
Martin Krämer und Sabine Gutjahr

 

Begleitbuch
Das Frankfurter Altstadtmodell der Brüder Treuner
Kunststücke des historischen museums frankfurt, Band 1, herausgegeben von Jan Gerchow und Petra Spona, mit Beiträgen von Oliver Elser, Jan Gerchow, Oliver Morr, Petra Spona, Michael Stöneberg und Christian Walter, 32 Seiten, 39 Abbildungen, Henrich Editionen, 2011, 9,95 Euro

 

Vorträge im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse
Donnerstag, 1. September 2011 ab 18 Uhr
„Frankfurt Innere Stadt. Modernisierung – Bewahrung – Verlust – "Wiederaufbau". Konzepte 1900 bis 1955”
Dr. Christoph Mohr, ehemaliger Landeskonservator in Hessen,
Eintritt frei.


Mittwoch, 28. September 2011 ab 19 Uhr
„Die Neubebauung der Frankfurter Altstadt –
ein Bericht zur aktuellen Lage”
Björn Wissenbach, Stadtplaner und Historiker,
Mitglied im Sonderausschuss Dom-Römer.
Veranstalter: Historisch-Archäologische Gesellschaft (HAG)
Frankfurt am Main, Eintritt frei.
Gäste werden um eine Spende von 5 € für die HAG und
freunde & förderer des historischen museums gebeten.

 

 

Kontakt für Redaktionen


Dipl.-Soz. Antje Daser
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ad kommunikation
Büro für Ausstellungen und Kommunikation
Egenolffstraße 21
60316 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 430 587 66
E-Mail: daser(at)ad-kommunikation.de

 

Wolf von Wolzogen
Museumspädagogik und
Öffentlichkeitsarbeit
historisches museum frankfurt
Solmsstraße 18
60486 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 212-34611
E-Mail: wolf.vonwolzogen(at)stadt-frankfurt.de

 

Dietrich Stein
Kommunikation
Frankfurter Sparkasse
Neue Mainzer Straße 47-53
60311 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 2641-4015
Fax: (069) 2641-4026
E-Mail: dietrich.stein(at)frankfurter-sparkasse.de

 

 

 

 

Alter Markt, Aquarell von Hermann Treuner, 1904 (c) hmf, Foto: H. ZiegenfuszAlter Markt, Aquarell von Hermann Treuner, 1904 (c) hmf, Foto: H. Ziegenfusz