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Vom „Münzwardein” Friedrich Ernst Roessler zur Sammlung der Degussa

Unter der Leitung Friedrich Ernst Roesslers (1813-1883) wurde 1840 die neue Frankfurter Münze eröffnet. Die daraus entstehende DEGUSSA legte in der Folge eine komplette deutsche Münzsammlung an. Die Sammlung gelangte 2003 als Dauerleihgabe in das HMF und ist im Frankfurter Sammlermuseum zu sehen.

Nach einem Münzvertrag von sechs süddeutschen Staaten im Jahre 1837 plante auch Frankfurt, neues Geld zu prägen. Ein neues Münzgebäude musste erbaut werden. Dies geschah unter der Aufsicht von Friedrich Ernst Roessler, Sohn des großherzoglich hessischen Münzrats Hector Roessler. Die Prägung neuer Gulden und Kreuzer begann 1840. Nach dem Wiener Münzvertrag von 1857 wurden auch „Vereinstaler” in Frankfurt geprägt.

Neben der Städtischen Münze betrieb Roessler eine privat geführte Scheideanstalt. Das Prägewerkzeug der Frankfurter Münze hat sich in Teilen erhalten. Es gibt noch viele der Münzstempel und Patrizen, Prägeringe und Gewichtssätze.
 
Mit Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde eine neue Währung eingeführt, die Mark zu 100 Pfennigen. Aufgabe der Scheideanstalt war es, alte Münzen einzuschmelzen und Barren und Schrötlinge für die Prägung der neuen Münzen herzustellen. Durch diese Vergrößerung des Geschäfts entstand 1873 die später so genannte DEGUSSA als Aktiengesellschaft. Alle Frankfurter Münzen und die Gold- und Silbermünzen des Deutschen Reiches bestanden aus Material, das die Schmelze der DEGUSSA durchlaufen hatte. Das Rohmetall wurde zunächst zu Barren gegossen und zu Schrötlingen – das sind die unbeprägten Münzplättchen – verarbeitet. Die endgültige Ausprägung erfolgte in Frankfurt (bis 1879) und anderen Münzstätten des Deutschen Reiches.