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The Subjective Museum

English version below
 
Wie sich partizipative Strategien auf das Museum auswirken
Internationale Tagung, 26. bis 28. Juni 2017
Historisches Museum Frankfurt

Zum Programm als PDF

Partizipative Strategien werden heute in vielen Museen angewendet. In manchen eher an der Oberfläche, andere gründen ihre Daseinsberechtigung darauf. Mit Partizipation findet eine Hinwendung zu subjektiven Wissensbeständen statt, d.h. dass Expertise jenseits fachwissenschaftlicher Kompetenz eine stärkere Wertschätzung erfährt, das Know-how der Alltagsexpert/innen wird als museumswürdig angesehen und erhält Raum.

Im Rahmen der internationalen Tagung diskutieren wir mit Fachleuten aus Brasilien, Portugal, Italien, Frankreich, Jamaika, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland, was diese Hinwendung zur Subjektivität für die Institution Museum bedeutet. Die Referent/innen werden über die Kernideen der New Museology, der Sociomuseology und der französischsprachigen ecomusée-Bewegung informieren. Und sie werden definieren, was sie unter einem „subjektiven Museum“ verstehen, welchen Stellenwert Subjektivität in ihren Ausstellungs- und Museumskonzept einnimmt und welche Rolle die Museums-Objekte dabei spielen. Die Vorträge und Projektpräsentationen werden von Workshops und Zeit für informelle Gespräche ergänzt. Die Tagungssprache ist Englisch.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich an bei Érica de Abreu Gonçalves.

Tagungsgebühr
Die Tagungsgebühr beträgt 120€. Die Teilnehmerzahl ist auf 80 Personen begrenzt.
 
Tagungsort
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt
 
Social media

Der Konferenz folgen via #subjectiveMuseum

 

Gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum Fellowship der Kulturstiftung des Bundes



In der Museologie haben sich verschiedene Auffassungen vom Sinn und Zweck eines Museums entwickelt, die sich u.a. durch einen unterschiedlichen Umgang mit der Subjektivität, also der Thematisierung persönlicher Perspektiven auszeichnen. Während sich Museen in der „westlichen Welt“ traditionell stärker am Ideal einer objektiven Wissenschaft orientierten und auf die Darstellung einer „objektiven Realität“ zielten, wollen Museen, die sich der Tradition der New Museology verpflichtet fühlen, zum Wohlergehen der Individuen und damit der Gesellschaft beitragen. Dies zeigt sich besonders deutlich in der Tradition der „Sociomuseology“, wie sie in Portugal und Brasilien gepflegt wird. Das Museum ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Ziel des „buen vivir“, also eines guten Lebens. Diese Museen verstehen sich als Teil ihrer community, der sie sich verpflichtet fühlen und für die sie Partei ergreifen. Das bedeutet ein klares politisches Votum. Das Museum wird zum Aktivist. Museen in Deutschland fühlen sich in erster Linie der Neutralität verpflichtet. Auch wenn sie sich nicht als unpolitische Orte verstehen, sehen sie sich doch eher als ein Ort der Information und Diskussion, nicht als direkte Akteure in politischen Prozessen.

Im Historischen Museum Frankfurt verfolgen wir seit mehreren Jahren partizipative Strategien. Aus unserer Museumspraxis, die v.a. auf den Erfahrungen mit dem Stadtlabor gründet, ergeben sich grundlegende Fragen, wie die mit der Partizipation verbundene Hinwendung zur Subjektivität zu bewerten ist. In Zeiten, in denen viel vom „Postfaktischen“ oder von „alternativen Fakten“ die Rede ist, in denen Populisten „gefühlte Wahrheiten“ verbreiten und damit Stimmung machen, fragen wir uns, inwiefern partizipative Museumsarbeit diesen Trend unterstützt. Bereitet das Interesse für individuelle Erfahrungen und für subjektive Wissensbestände dem „Postfaktischen“ den Boden? Oder ist es vielmehr so, dass die teilhabeorientierte Museumsarbeit zu einem größeren Bewusstsein über das eigene kulturelle Erbe, über die eigenen Bedürfnisse und Gestaltungsmöglichkeiten führt und letztendlich den Selbstwert und die Handlungsfähigkeit von Individuen stärkt? Also dafür sorgt, dass sich die Partizipienten stärker als politische Subjekte wahrnehmen?
Wir freuen uns, diese brisanten Fragen mit renommierten Referent/innen und anderen engagierten Museolog/innen diskutieren zu können.

The Subjective Museum

The impact of participative strategies on the museum
International Conference
26. — 28. 6. 2017
Historisches Museum Frankfurt

Program as PDF

By adopting participative strategies, individual experiences and subjective perspectives gain more and more importance in the museum. The conference brings together international voices to discuss the consequences of this turn to subjectivity. It aims to reflect on participatory approaches in collecting, displaying and researching and to analyze the impact of people’s subjectivity in the museum, whether it is from the museum workers, the visitors or the participants involved in projects. The conference is a joint effort of the Historisches Museum Frankfurt and the Department of Museology of the Universidade Lusófona of Humanities and Technologies in Lisbon to bring together researchers from different parts of the world to fill gaps between diverse museological traditions. The target is to promote the dialog and identify how the museum itself is transformed, along with its practices and methods.
 
Registration
For registration and further information please contact Érica de Abreu Gonçalves. You can contact her in Portuguese, English, French or German.
 
Conference Fee
The conference fee is 120€ (early bird 100€ if you register before April 26, 2017).
The deadline for registration is May 26, 2017. The number of attendees is limited to 80 people.
 
Conference Venue
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt
 
Social media
Follow the conference via #subjectiveMuseum

Funded by the International Museum Fellowship Programme of the German Federal Cultural Foundation