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Schöne ordentliche Bilderwelt – Erziehung zum Wegsehen?

2. Juni 2021 – 3. Juni 2022
Ausstellungshaus, Frankfurt Einst?
RAY-PARTNERPROJEKT

Das Projekt „Schöne ordentliche Bilderwelt – Erziehung zum Wegsehen?“ beleuchtet ausschnitthaft aus fotohistorischer Perspektive eine Epoche der Frankfurter Fotografie, die in ihrer manipulativen Struktur massiv war: die nationalsozialistische Bildberichterstattung.

Gezeigt wird der Nachlass des Fotografen Otto Emmel (geb. 1888-?), dessen Hauptwerk in die Zeit des NS fällt. Er veröffentlichte u.a. als Fotojournalist in der Frankfurter Zeitung. Die ausgestellten Motive Otto Emmels befassen sich mit dem urbanen, jungen Lebensalltag in der Stadt, den politischen und kulturellen Festereignissen, dem Sport und der Vereinskultur. Die Bilder zeigen die Interaktion des Menschen als Individuum oder als Gruppe im Stadtraum. In welcher Form wurde die Stadtarchitektur für die ästhetische Formung nationalsozialistischer Ideologie genutzt? Welche Rolle spielten Fotograf*innen in diesem Prozess?
Einblicke in den NS-Alltag als Motive der Fotografie werden dabei aus unterschiedlichen Perspektiven hinterfragt, aus der auch wir als Betrachter*innen heute Bildmedien wahrnehmen: etwa der politischen, psychologischen, sozialen, emotionalen und künstlerischen Ebene. Wie erzeugten und lenkten die Bilder mit ihrer rhetorischen Funktion gesellschaftliche Diskussionen? Wie formierten sie die Darstellung von Alltag und gesellschaftlichem Leben im NS-System? Wie sprechen sie einzelne Betrachter*innen an? Was blenden sie aus?
Die Präsentation zeigt auch, wie kritische Zeitzeug*innen Funktionen und Formen des damals neuen Massenmediums Fotografie zu beschreiben versuchten.
Der Nachlass des Frankfurters Otto Emmel ist einer unter mehreren großen Nachlässen von Fotoberichterstatter*innen im Nationalsozialismus in Frankfurt, der im HMF aufbewahrt wird. Im Rahmen dieser Präsentation wird die Biografie Emmels soweit wie möglich rekonstruiert.

„Schöne ordentliche Bilderwelt – Erziehung zum Wegsehen?“ weist zugleich auf die am 28. Oktober 2021 eröffnende, umfassende Sonderausstellung im HMF „Frankfurt und der NS – Eine Stadt macht mit“ voraus.

Die internationale Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/Rhein Main hinterfragt in ihrer vierten Ausgabe vom 3. Juni bis 12. September 2021 zum Thema IDEOLOGIEN manipulative Strukturen gegenwärtig erstarkender Ideologien.
Mehr Informationen finden Sie unter
http://www.ray2021.de/.