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Kuratorinnenführung
Mi, 18. August 2021 —— 14:00

„Schöne ordentliche Bilderwelt –
Erziehung zum Wegsehen?"

Das Projekt „Schöne ordentliche Bilderwelt – Erziehung zum Wegsehen?“ beleuchtet ausschnitthaft aus fotohistorischer Perspektive eine Epoche der Frankfurter Fotografie, die in ihrer manipulativen Struktur massiv war: die nationalsozialistische Bildberichterstattung.
Gezeigt wird der Nachlass des Fotografen Otto Emmel (geb. 1888-?), dessen Hauptwerk in die Zeit des NS fällt. Er veröffentlichte u.a. als Fotojournalist in der Frankfurter Zeitung. Die ausgestellten Motive Otto Emmels befassen sich mit dem urbanen, jungen Lebensalltag in der Stadt, den politischen und kulturellen Festereignissen, dem Sport und der Vereinskultur. Die Bilder zeigen die Interaktion des Menschen als Individuum oder als Gruppe im Stadtraum. In welcher Form wurde die Stadtarchitektur für die ästhetische Formung nationalsozialistischer Ideologie genutzt? Welche Rolle spielten Fotograf*innen in diesem Prozess?
Einblicke in den NS-Alltag als Motive der Fotografie werden dabei aus unterschiedlichen Perspektiven hinterfragt, aus der auch wir als Betrachter*innen heute Bildmedien wahrnehmen: etwa der politischen, psychologischen, sozialen, emotionalen und künstlerischen Ebene. Wie erzeugten und lenkten die Bilder mit ihrer rhetorischen Funktion gesellschaftliche Diskussionen? Wie formierten sie die Darstellung von Alltag und gesellschaftlichem Leben im NS-System? Wie sprechen sie einzelne Betrachter*innen an? Was blenden sie aus?
Die Präsentation zeigt auch, wie kritische Zeitzeug*innen Funktionen und Formen des damals neuen Massenmediums Fotografie zu beschreiben versuchten.
Der Nachlass des Frankfurters Otto Emmel ist einer unter mehreren großen Nachlässen von Fotoberichterstatter*innen im Nationalsozialismus in Frankfurt, der im HMF aufbewahrt wird. Im Rahmen dieser Präsentation wird die Biografie Emmels soweit wie möglich rekonstruiert.

Die Ausstellung „Schöne ordentliche Bilderwelt – Erziehung zum Wegsehen?“ weist zugleich auf die am 9. Dezember 2021 eröffnende, umfassende Sonderausstellung im HMF „Eine Stadt macht mit – Frankfurt und der NS“ voraus.
Ein Partnerprojekt der internationaln Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/Rhein Main. Mehr Informationen dazu finden Sie unter http://www.ray2021.de/.

Kuratorinnenführung mit Dorothee Linnemann
8 €/4 € Eintritt + 3 € Führung
Info zum Start: Museumskasse

Es gibt wieder öffentliche Führungen mit den Vermittler*innen des Historischen Museums!
Bis zu 25 Personen können an einer Führung teilnehmen, dabei ist uns die Einhaltung der empfohlenen Maßnahmen zum Infektionsschutz ein wichtiges Anliegen.
Der Besuch des Museums ist nur mit einer medizinischen Mund-Nasen-Maske (FFP2, KN 95 (ohne Ventil), OP–Maske, Typ I, II und IIR) möglich.

Für die Führung ist eine Anmeldung beim Besucherservice des HMF erforderlich:
Information und Anmeldung
Mo – Fr 10.00 – 16.00 Uhr
Tel. +49 69 212-35154
E-Mail: besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de

oder kaufen Sie online Ihr Ticket für diese Führung.

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