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Sammlungen divers.
Neu-Sichtungen historischer Objekte

Sieben Objekte der Frankfurter Stadtgeschichte werden aus persönlichen und transkulturellen Perspektiven neu erzählt. Die Geschichten können hier angehört werden. Mit der Fertigstellung des neuen Ausstellungshauses können alle Objekte auch vor Ort angesehen werden.

Geflüchtete Akademiker und Studierende der Goethe-Universität Frankfurt folgten einer Einladung des Museums, um ihre ungewöhnlichen Geschichten zu historischen Museumsobjekten zu erzählen. In einem vier Monate dauernden Projekt wurden Objekte aus der Sammlung des Museums ausgewählt und neu betrachtet. In den Mittelpunkt der Betrachtungen stellen die Teilnehmer eigene fachliche und persönliche Interessen. Mit feinfühligen Erzählungen hinterfragen die Autorinnen und Autoren tradierte historische Überlieferungen und thematisieren dabei ihre ganz persönlichen Sichtweisen und Erkenntnisse.

 
Projektleitung
Puneh Henning 
Historisches Museum
 
Kooperationspartner
academic experience Worldwide e.V.
Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität, Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“
 
Gefördert durch
Aventis Foundation „eXperimente“
Ein Bild zeigt ein gezeichnetes Porträt von Maximilian Pfeifer
Maximilian Pfeifer © HMF Okbai Tesfamichael
Eine Aufnahme zeigt ein Detail aus dem Altstadtmodell
Altstadtmodell Detail © HMF Horst Ziegenfusz

1 – Das Altstadtmodell der Gebrüder Treuner

auf Ebene 1 im Altbau (bis 5/2017)

Das Modell der Frankfurter Altstadt, an dem die Brüder Hermann und Robert Treuner von 1926 bis 1961 gebaut haben, wurde von Maximilian Pfeifer ausgewählt. Sein Interesse am Treuner-Modell begründet der Frankfurter Student der Geschichtswissenschaften mit der eigenen Familiengeschichte: Am Beispiel der Entwicklung des ehemals in der Fahrgasse ansässigen Eisenwarenladens seines Ururgroßvaters beschreibt er den allmählichen Bedeutungsverlust der Frankfurter Altstadt als wirtschaftliches Zentrum.

Eind Bild zeigt ein gezeichnetes Porträt von Maximilian Pfeifer
Maximilian Pfeifer © HMF Okbai Tesfamichael
Ein Foto zeigt den Eintrag Amerika auf dem Globus von Johannes Schöner aus dem Jahr 1515
Erdglobus Amerika © HMF Uwe Dettmar

2 – Der Schöner Globus

auf Ebene 0 im Sammlermuseum 

Im Vergleich zu heutigen Darstellungen des amerikanischen Kontinents weist der Globus, den der Nürnberger Johannes Schöner 1515 hergestellt hat, deutliche Abweichungen auf. Zur Zeit seiner Herstellung war er bahnbrechend: erst 1492 hatten die Europäer Amerika entdeckt und von da an als europäischen Zivilisationsraum wahrgenommen. Der Schöner-Globus ist in sehr hohen Auflagen gemacht und auch in Frankfurt verkauft worden. Es haben sich nur drei Exemplare erhalten. Welche Bedeutung er für einen Geschichtsstudenten aus heutiger Sicht hat, zeigt dieser Beitrag von Maximilian Pfeifer.

Eind Bild zeigt das Porträt von Okbai Tesfamichael
Okbai Tesfamichael © HMF Okbai Tesfamichael
Eine Aufnahme zeigt das Gemälde Franziskanerkloster im brasilianischen Igaracu von Franz Post
Franziskanerkloster in Igaracu © HMF Horst Ziegenfusz

3 – Das Franziskanerkloster von Igaraçù

Ebene 0 im Sammlermuseum

Der Künstler Okbai Tesfamichael aus Eritrea lädt ein, der „Stimme“ dieses Kunstwerks zuzuhören. Das Gemälde des niederländischen Künstlers Frans Post erzählt von idyllischen Naturlandschaften Brasiliens in der Umgebung des Franziskanerklosters von Igaraçù. Dieses Bild Brasiliens als „Paradies“ oder „Die neue Welt“ rückt der eritreische Künstler in den Zusammenhang niederländischer Kolonialpropaganda und richtet seinen Blick auf Brüche innerhalb dieses scheinbaren Paradieses.

 

Eind Bild zeigt das Porträt von Kassahun Geremeskel
Kassahun Geremeskel © HMF Okbai Tesfamichael
Eine Aufnahme zeigt die Münze, die Geremskel ausgewählt hat
Münze aus Deutsch Ostafrika © HMF

4 – Deutsch-Ostafrikanische Rupie

Ebene 1 im Sammlermuseum


Kasahun Geremeskel aus Äthiopien erkundet diese Münze aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Geremeskel studiert Finanzwirtschaft in Frankfurt und erörtert an der materiellen Beschaffenheit der Münze, ihrer Prägung und den beidseitig der Münze dargestellten Tieren Einzelheiten der deutschen Kolonialgeschichte in Ostafrika.

Eine Gemälde zeigt Edouard Rüppell sitzend eine Zeitungs lesend im Jahr 1846
Edouard Rüppell © HMF
Das Foto zeigt ein Buch mit äthiopischer Handschrift
Äthiopische Handschrift © Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg

5 – Äthiopische Handschrift

Ebene 2 im Sammlermuseum

Die „Mashafe Hawi“ ist eine Handschrift aus dem antiken Äthiopien, verfasst in der altäthiopischen Sprache Ge’ez. Diese heilige Schrift des äthiopisch-orthodoxen Christentums enthält moralische Anleitungen zur Lebensführung der Gläubigen. Im 19. Jahrhundert erwarb der deutsche Forschungsreisende Eduard Rüppel das Manuskript und brachte es mit nach Frankfurt. Welche Bedeutung kommt der Handschrift jedoch über die Jahrhunderte hinweg bis heute in Äthiopien zu?

 

Das Bild zeigt ein gezeichnetes Porträt von Gregor Meinecke
Gregor Meinecke © HMF Okbai Tesfamichael
Eine Aufnahme zeigt das kleine Amulett mit drei Göttern, die Göttertriade
Göttertriade © HMF

6 – Göttertriade

Ebene 2 im Sammlermuseum


In einer fiktiven Erzählung lässt der Beitrag von Gregor Meinecke den Forschungsreisenden Eduard Rüppell von seiner zweiten Ägyptenreise im Jahr 1831 berichten. Eingebettet in einen Dialog zwischen Rüppell und seinem seekranken Reisebegleiter Friedrich wird ein Amulett beschrieben, das der Forscher während seiner ersten Ägyptenreise 1817 in Kairo erworben hatte. Für Rüppell ist das Schmuckstück anfänglich wertlos, jedoch bittet er schon bald angesichts der Gefahren, die auf seiner Reise drohen, die Götter des alten Ägyptens um Beistand.


 

Das Bild zeigt ein gezeichnetes Porträt von Mesfin Mulugeta Woldegiorgis
Mesfin Mulugeta Woldegiorgis © HMF Okbai Tesfamichael
Das Foto zeigt eine ägyptische Stele mit Weihinschrift
Stele mit Weihinschrift © HMF

7 – Stele mit Weiheinschrift

Ebene 2 im Sammlermuseum


Mesfin Mulugeta Woldegiorgis ist ein Politökonom aus Äthiopien. Gemeinsam mit Kollegen der Goethe-Universität Frankfurt übersetzte er die Inschrift dieser Stele aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Welches Geheimnis birgt die Inschrift dieses Steins, den der Forschungsreisende Eduard Rüppel 1817 auf einer Insel nahe Assuan in Ägypten fand?