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Trompete von Carlo Bohländer

Carlo Bohländer gründete 1945 den legendären Club „Domicile du Jazz“ und machte Frankfurt zur Hauptstadt des Jazz.

Der Trompeter Carlo (Karl) Bohländer (1919-2004) war ein prägender Musiker der Frankfurter Jazzszene. Am 17. Mai 1945, also gerade einmal neun Tage nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, bat er die amerikanische Militärregierung, in Frankfurt einen Jazzclub eröffnen zu dürfen.

Das „Domicile du Jazz“, wie der Club anfänglich hieß, war eine Keimzelle des Jazz in Deutschland. Er eröffnete 1952. Bis heute ist er als Jazzkeller bekannt. Tagsüber diente „der Keller“ in der Kleinen Bockenheimer Straße als Probenraum. Joki Freund und die Brüder Albert und Emil Mangelsdorff entwickelten hier den international bekannten „Frankfurt Sound“. Abends und nachts trafen sich im Keller internationale Jazzgrößen. Viele amerikanische Musiker kamen nach ihren Auftritten in den Soldatenclubs der US-Army hierher. Die kleine Bühne war dann Schauplatz großer Jamsessions, bei denen deutsche und amerikanische Musiker zusammen spielten. Der Keller wurde zur Drehscheibe für weltberühmte Jazzgrößen. Louis Armstrong, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Paul Kuhn, Bill Ramsey, Dizzy Gillespie und Keith Copeland traten hier auf.

Carlo Bohländer war einer der ersten, der sich auch theoretisch mit Jazz und Swing auseinandersetzte. Seine Bücher wie „Harmonie-Lehre für Jazz-Melodie-Improvisationen“ und „Anatomie des Swing“ fanden bei Musikerkollegen und Fachwelt großen Zuspruch.

In Frankfurt wurde bereits 1928 Jazz am Dr. Hoch’s Konservatorium unterrichtet, bis 1933, als die Nationalsozialisten ihn als „entartete“ Musik verboten. Bohländer studierte dort von 1935 bis 1938 klassische Trompete. Bereits 1941 gründete er gemeinsam mit Horst Lippmann den Hot-Club-Frankfurt. Jazz zu spielen, war eine Form des Widerstands. Jazz war der Sound der Freiheit.