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Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht

30.8.2018 — 20.1.2019

Das Historische Museum Frankfurt lenkt mit einer großen, ganz Deutschland in den Blick nehmenden Jubiläumsausstellung 2018/2019 die Aufmerksamkeit auf die Frauen, die zur Entstehung der Weimarer Republik und zur Einführung des Frauenwahlrechts 1918/1919 in Deutschland beitrugen. Mit der ersten großen Sonderausstellung auf rund 1.000 Quadratmetern im 2017 eröffnenden Ausstellungshaus präsentiert das HMF die historischen Ereignisse und die mit ihnen verbundenen Protagonistinnen um die Jubiläumsjahre 1918/1919. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat deshalb auch die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen.

Am 19. Januar 1919 war es soweit! Frauen durften in Deutschland zum ersten Mal wählen und sich wählen lassen: Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Wilhelminischen Kaiserreichs setzte der Beschluss des Rates der Volksbeauftragten am 12. November 1918 die volle Beteiligung von Frauen am politischen Leben durch. Alle Frauen und Männer ab 20 Jahre konnten nun mit Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts durch gleiche, geheime und direkte Wahl ihre Politiker/innen in die Weimarer Nationalversammlung wählen. Die Jahreswende 1918/1919 markiert einen bedeutenden Einschnitt in der deutschen Geschichte: Mit der Novemberrevolution wurde der Weg frei für die deutsche Demokratie und – damit eng verbunden – für die politische Gleichstellung von Frauen und Männern. 1918 und 1919 sind somit Jahre, deren Erinnerung und Würdigung lohnt – zum 100. Geburtstag parlamentarischer Demokratie und zum 100. Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland.

Die Schau richtet damit eine ganz besondere Perspektive auf die Jahre 1918/1919 – die Perspektive der Frauen am Beginn des 20. Jahrhunderts und ihre Forderungen, Erwartungen und Visionen. Ihr Engagement für das Recht auf Mitbestimmung in der Politik wird in der Ausstellung anhand der topografischen Zentren der Ersten Deutschen Frauenbewegung München, Hamburg, Bremen, Berlin, Frankfurt, Braunschweig, Leipzig und Köln aufgezeigt. Auch die internationalen Netzwerke der Frauen der Ersten Deutschen Frauenbewegung, die sich in europa- und weltweiten Kongressteilnahmen und Treffen widerspiegelt, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Mit einem zweiten, modularen Ausstellungsteil wird zudem der regionalen Geschichte und ihrer Akteurinnen gedacht. Denn Frankfurt war ein ganz wichtiges Zentrum der deutschen Frauenstimmrechtsbewegung.

Die Ausstellung ist im Hinblick auf aktuelle Gleichstellungsdebatten und Emanzipationsbewegungen relevant: Heute stellen Frauen im deutschen Parlament 36% aller Parlamentarier/innen, Frauen verdienen heute in Deutschland durchschnittlich 18% weniger als Männer und sind wesentlich stärker von Altersarmut und sexualisierter Gewalt bedroht. Die Ausstellung setzt die Forderungen und Themen der Ersten Deutschen Frauenbewegung mit aktuellen Debatten in Verbindung. Dafür werden unter anderem aktuelle künstlerische Installationen und Positionen ausgewählt. Ein vielfältiges Begleitprogramm wird ebenfalls diesen aktuellen Bezug herstellen und zur Diskussion anregen.

Förderer:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Frauenreferat der Stadt Frankfurt
Stabstelle für Frauenpolitik am Hessischen Ministerium für Soziales und Integration
Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung
Stiftung Polytechnische Gesellschaft

Kooperationspartner/innen:
Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) - Forschungsinstitut und Dokumentationsstelle in Kassel
Cornelia Goethe Zentrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse der Goethe Universität Frankfurt
Frauenreferat der Stadt Frankfurt
Kinothek Asta Nielsen
Hamburger Institut für Sozialforschung

HMF-Ausstellungsbüro:
Konzeption und Kuration: Dorothee Linnemann
Kontakt: dorothee.linnemann[at]stadt-frankfurt.de

Wissenschaftliche Mitarbeit / Kuration: Katja Koblitz
Kontakt: katja.koblitz[at]stadt-frankfurt.de

Wissenschaftliche Mitarbeit / Kuration: Jenny Jung
Kontakt: jenny.jung[at]stadt-frankfurt.de