Zum Inhalt Zum Hauptmenü Zur Suche Zum Footer

Sammlung - Musikinstrumente

Der Grundstock der Sammlung stammt aus der Gründungszeit des Historischen Museums und den1880er Jahren des 19. Jahrhunderts mit der Übernahme der Instrumente der städtischen Kapellmusik des 16. und 17. Jahrhunderts, den Instrumenten des Pfeifergerichts und denen des Frankfurter Bürgermilitärs aus der Zeit der Freien Stadt (1816 – 1866).
Bis zum Zweiten Weltkrieg konzentrierten sich die Erwerbungen auf den Frankfurter Instrumentenbau des frühen 19. Jahrhunderts, vor allem Flügel und Klaviere. Lauten, Mandolinen und Gitarren des 17. und 18. Jahrhunderts stammten aus Deutschland und England. Es wird bei diesen Objekten davon ausgegangen, dass sie in der Frankfurter Hausmusik verwandt worden und so wird das Ziel, eine für die Frankfurter Musikgeschichte repräsentative Sammlung zu pflegen, nur gelegentlich durchbrochen.
 
Exponate aus der Barockzeit
Beispielhaft ist der Kielflügel aus der Werkstatt von Bartolomeo Steffanini aus dem Jahr 1694, der für die Ausstattung eines ohne Möbel erworbenen barocken Stilzimmers angekauft wurde. Der Altbestand der Sammlung besticht durch Instrumente von hoher Qualität wie der Laute von Joachim Tielke (um 1675) oder der Tenorposaune von Sebastian Hainlein (1631), die weltweit zu den besterhaltenen Instrumenten des Nürnberger Meisters zählt.


Moderne Exponate
Seit den 1950er Jahren des 20. Jahrhunderts erweiterten sich die Sammlungskriterien auf mechanische Spielwerke, Phonografen und Grammophone Frankfurter Provenienz bzw. aus Frankfurter Nachlässen. Ein bedeutender Zuwachs resultierte aus den Ankäufen für das in den 1980er Jahren geplante und nicht realisierte „Deutsche Musikmuseum” mit Instrumenten ohne Frankfurtbezug. Auch Streichinstrumente, die im Altbestand fast völlig fehlten, gehören seitdem zur Sammlung. Hintergrund war die Idee einer Studiensammlung, die die Musikausbildung in den Instituten Musikwissenschaften und Musikpädagogik der Frankfurter Goethe-Universität und der Hochschule für Musik unterstützen sollte. Neben einem klassisch musealen Konzeptsollten die Instrumente Studenten wie auch interessanten Laien für praktische Experimente zur Verfügung stehen. Nach dem Scheitern der Planung wurde der Bestand an das Historische Museum abgegeben. Das letzte Konvolut kam 1995 mit dem Nachlass des Geigenbauers Richard Edler ins Haus.

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts konnte der Bestand durch einige herausragende Tasteninstrumente ergänzt werden. Das Cembalo des Frankfurter Komponisten und Hindemith-Schülers Bernhard Heiden (1910 - 2000) gelangte 2011 als Stiftung aus Privatbesitz in die Sammlung des Historischen Museums. Das in der Bamberger Werkstatt J. C. Neupert gebaute Instrument gehört zur Modellreihe „VC 2“, von der in den Jahren 1934 bis 1939 nur 24 Stück gebaut wurden. Ebenfalls als Stiftung aus Privatbesitz erhielt das Museum einen Hammerflügel, der zwischen 1850 und 1860 in der Klavierfabrik Justus Kessler in Frankfurt/Bockenheim gebaut wurde. Das Instrument ist typisch für die Spätzeit des handwerklichen Klavierbaus im deutschsprachigen Raum, bevor sich die heutige Standardtechnik mit gußeisernem Rahmen und Doppelrepetitionsmechanik durchsetzte.




Für die Musikveranstaltungen des Hauses, die seit der Wiedereröffnung des Altbaus 2012 in diverser Form im Leopold-Sonnenmann-Saal stattfinden, konnte ein ganz besonderes Instrument erworben werden. Nach einem Entwurf des bedeutenden Frankfurter Architekten Ferdinand Kramer entstand um 1927 in der Frankfurter Pianoforte-Fabrik Baldur ein Flügel in charakteristisch kompaktem Design dieser Stilepoche. Nur wenige Instrumente sind überhaupt gebaut worden. Umso glücklicher schätzt sich das Historische Museum Frankfurt ein Exemplar zu besitzen.