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Sammlung - Alltagskultur und Haushalt II (ab 1880)

Die Sammlung „Alltagskultur und Haushalt II“ ist eine Querschnittsammlung, die sich den Gegenständen des täglichen Gebrauchs widmet. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren erfuhr die Sammlung am Museum eine große Erweiterung.

Diese Jahre waren in den Kultur- und Geschichtswissenschaften von der Diskussion über eine neue Geschichtsschreibung geprägt, die zunehmend auch das Alltagsleben berücksichtigte. Auf diese Weise konnte sich Alltagskultur auch als eigenständige Kategorie am Museum etablieren. Die Sammlung widmet sich der Alltags-, Kultur-, und Sozialgeschichte von Frankfurt mit Focus auf die Zeit der 1930er bis 1980er Jahre. In der Sammlung geht es nicht so sehr um Frankfurt als Ort der Produktion, sondern um die Geschichten, die damit verknüpft sind.


Zwei Schwerpunkte lassen sich innerhalb der Sammlung ausmachen, die beide um das Thema Haushalt kreisen: Mit Hilfe der Schenkung Kober konnte 2009 die Kunststoffsammlung mit über 600 Objekten von Eva Stille übernommen werden. Anhand der Sammlung lässt sich nachvollziehen, wie die künstlichen Materialien in den Alltag Einzug hielten und sich immer mehr durchsetzten. Sie stehen für Konsumverhalten und Alltagspraktiken in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Ein kleiner Teil der Kunststoffsammlung wurde anlässlich der Eröffnung des Sammlermuseum in der Ausstellung „Frühe Kunststoffe. Die Sammlung Eva Stille“  im 13. Sammlerraum präsentiert. Die Buntmetallsammlung knüpft zweitens an den umfangreichen Bestand von Tafel- und Trinkgeschirr aus früheren Jahrhunderten an. Zu den vielzähligen Gefäßen wie Töpfe, Kannen oder Einmachgläser kommen dekorative Gegenstände des Haushalts, die Auskunft über ästhetische Gewohnheiten der Frankfurter Bürger und Bürgerinnen geben.
 
Alltagskultur in der Gegenwart zu sammeln, muss genau definiert werden. Die scheinbar unendliche Vielfalt – angeblich besitzt jede/r etwa 10.000 Dinge – sowie der beschränkte Depotraum im Museum machen es nötig, klare Schwerpunkte zu setzen. Zudem muss stets mitreflektiert werden, wie das Profil der bestehenden Sammlung gestärkt werden kann. Deshalb ist es wichtig, die Objektkategorien immer wieder mit den großen Linien der (Frankfurter) Geschichte und Gesellschaft in Bezug zu setzen. Ein wesentliches Kriterium für die Aufnahme in die Sammlung ist die Geschichte, die mit dem Objekt verbunden ist. Gerade die enge Verknüpfung von Objekt mit Geschichten lässt auf diese Weise eine dichte Beschreibung des Lebensalltags einiger begrenzter Bereiche von Frankfurter Bürger/innen zu unterschiedlichen Zeiten zu.
 
Auf diese Weise lassen sich auch Themen beleuchten, die sehr nahe an der Gegenwart sind. Ein Thema, das mehr im Focus stehen soll, ist kulturelle Diversität oder Migration. Durch die Ausstellung am HMF „Von Fremden zu Frankfurtern“ sind seit 2008 einige Stücke in die Sammlung gekommen. In den kommenden Jahren soll diese Teilsammlung näher erforscht und ausgebaut werden.