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Kunst im Lichthof

Positionen zeitgenössischer Kunst im Lichthof neben dem Rententurm

Als Frankfurt Museum beschäftigen wir uns mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft der Stadt. Auch zeitgenössische (Frankfurter) künstlerische Positionen sind im Museum immer wieder zu finden. Nun gibt es einen Ort im Museum für Interventionen zeitgenössischer Kunst. Im Lichthof neben dem Rententurm, einem kleinen sehr hohen und atmosphärischen Raum laden wir zukünftig ein, gegenwärtige künstlerische Arbeiten zu präsentieren.

Der Lichthof ist ein Zwischenraum. Er befindet sich zwischen den Zeiten, zwischen den Jahrhunderten, zwischen der ehemaligen Stadtbefestigung des 16. Jahrhunderts und dem Foyer des in 2018 fertig gestellten Museumneubaus. Der Raum ist auch ein Dazwischen von Drinnen und Draußen. Denn der Rententurm war die äußere Grenze der ehemligen Stadt und ist jetzt Teil des Museums. Teilweise freigestellt ist er von Innen aus sichtbar und sogar seit 2012 erstmals öffentlich zugänglich.

Auch die künstlerischen Positionen in diesem Zwischenraum befassen sich genau mit den Themen Zeit und Raum. Den Anfang der Reihe macht die Bildhauerin Birgit Cauer mit ihrer experimentellen Skulptur LITHO VITAL, die bis Ende Mai 2023 zu sehen ist. Die Frage nach dem Ursprung des Lebens ist eine der zentralen Fragen, die die Bildhauerin Birgit Cauer (*1961 in Frankfurt am Main) immer wieder umtreibt. Sie setzt sich künstlerisch mit dem faszinierenden und schwer vorstellbaren Prozess der Entstehung des Lebendigen in Stein auseinander und versucht diesen auf experimentelle Weise nachzuvollziehen und als Spuren sichtbar zu machen. Dabei entstehen Skulpturen, Zeichnungen, Versuchsanordnungen und – teilweise auch partizipative – Projekte im Öffentlichen Raum, in denen die Aktivierung des dem jeweiligen Material und Ort innewohnenden energetischen Potenzials eine zentrale Rolle spielt.

LITHO VITAL ist eine Fortführung ihrer aktuellen Arbeiten mit Säure und Salzen auf Kalksteinen. Dabei spielen besonders die Abtragung und Zersetzung von Gesteinen eine Rolle. Die Bildhauerin lässt den Stein, die Säure sowie die Zeit selbst arbeiten. Es ist gleichsam ein erweiterter bildhauerischer Prozess sowie eine künstlerische Forschung. Die Künstlerin stellt die Voraussetzungen dafür her: Während eines zweimonatigen Arbeitsaufenthaltes in Peccia/Tessin beträufelte die Künstlerin einen Block aus dem dortigen Cristallina-Marmor kontinuierlich mit Salzsäure. Die Säure hinterließ in dem 250 Millionen Jahre alten Stein ihre Spuren: es bildeten sich Krater, Hohlräume und Spalten, die natürlichen Korrosionsprozessen ähneln und an Karstlandschaften und Gletschermühlen erinnern. Diese Jahrmillionen langen zeitlichen Prozesse wurden durch die Bildhauerin in einer an eine Intensivstation erinnernden Laborsituation nachempfunden und extrem verkürzt.

Mit den ihr zur Verfügung stehenden bildhauerischen Mitteln hat die Künstlerin ihr Gegenüber ausgehöhlt und durchlöchert, sodass Blickachsen das Innere der großen Steine sichtbar machen. Auf diese Weise schafft Cauer Bilder für früheste, in Gesteinsschichten verborgen liegende Lebens- und Schutzräume.

Mehr erfahren Sie auf der Webseite der Künstlerin: www.bcauer.de