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Lavobokessel mit zwei Ausgüssen

Der Lavabokessel wird gerne als „Wasserhahn des Mittelalters“ bezeichnet.

Im Haus benutzte man vielerlei Gefäße, um genug Wasser für den alltäglichen Wasserverbrauch zur Verfügung zu haben. Der mit zwei Ausgüssen versehene Lavobokessel diente im Mittelalter als Wasservorrat für die persönliche Körperpflege. Das kesselartige Kippgefäß wurde an dem kräftigen Metallbügel über einer Schüssel aufgehängt. Der Name Lavabo kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ich werde waschen“. Solche Kessel waren seit dem frühen 15. Jahrhundert in Privathäusern, aber auch in Kirchen in Gebrauch.

In spätmittelalterlichen Darstellungen wurde der Lavabokessel oft zusammen mit Wasserschale und Handtüchern gezeigt. Der Kessel konnte auch über dem Herd hängen, um Wasser zu erhitzen. In Kirchen war er in der Nähe der Sakristei, dem Raum, der zur Vorbereitung des Gottesdienstes dient, aufgehängt. Dort konnte sich der Priester vor der Messe die Hände waschen.

Neben ihrer praktischen Funktion waren Lavabokessel aus Messing wegen ihrer hervorragenden Verarbeitung und ihres goldschimmernden Glanzes in ganz Mitteleuropa sehr beliebt. Sie wurden im 15. und 16. Jahrhundert auf der Frankfurter Messe als wertvolle Fernhandelsgüter vertrieben.

Auffällig ist die Gestaltung der Ausgüsse und Henkelösen des Kessels: Während die beiden Ausgüsse wie Hundeköpfe gestaltet sind, sind die Henkelösen wie Männerköpfe geformt.