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Landschaftsgemälde aus dem Festsaal des Palais Barckhaus

Die Schütz-Gemälde sind ein Höhepunkt Frankfurter Raumkunst des 18. Jahrhunderts und wurden den Eigentümern von den Nationalsozialisten abgepresst.

Für die Ausschmückung des ovalen Speisesaals der Villa Waldfried erwarb Carl von Weinberg sieben großformatige Landschaftsbilder des Frankfurter Malers Christian Georg Schütz d.Ä. Eingelassen in die Wandvertäfelung umgaben sie den ganzen Raum. Die idealisierten Flusslandschaften stammten aus einem Zyklus von fünfzehn Gemälden, die Schütz um 1775 für den Festsaal des Palais Barckhaus an der Zeil geschaffen hatte. Solche Landschaftspanoramen, die den Raum – unterbrochen von Fenstern und Türen – vollständig einschlossen, vermittelten dem Betrachter die Illusion, mitten in der Natur zu sein, ohne die Stadt verlassen zu müssen. Schütz schuf in Frankfurt eine Reihe von ähnlichen Raumausstattungen, von denen sich aber keine am ursprünglichen Ort erhalten hat.
Nach dem Abriss des Palais Barckhaus wurden Schütz‘ Landschaftsgemälde nach England verkauft. Weinberg kaufte später einen Teil dieser Gemälde für seine Villa Waldfried. Die Stadt Frankfurt zwang Weinberg 1938 zum Verkauf von Villa und Kunstsammlungen sowie zur Verrechnung mit der „Judenvermögensabgabe“. Zahlreiche seiner Kunstwerke wurden Frankfurter Museen übereignet; die Schütz-Bilder kamen in das Historische Museum. Nach 1945 gab die Stadt Frankfurt die Schütz-Gemälde aus der Villa Waldfried an Weinbergs Erben Richard von Szilvinyi zurück, der sie 1950 der Stadt schenkte. Das Hauptbild aus der ersten Gruppe befindet sich heute im Trausaal des Römers.

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