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Ariadne auf dem Panther (des Dionysos)

„Wenn der Fürst nicht mehr bieten kann als der Kaufmann, so soll es der Kaufmann haben.“ (Dannecker über den Verkauf der Ariadne)

Simon Moritz von Bethmann (1768–1826) – Frankfurter Bankier, Politiker und Diplomat – war ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Im Anlagenring vor dem Friedberger Tor ließ er für seine Antikensammlung ein Museum errichten, das 1812 seine Tore für das Publikum öffnete.

Zwei Jahre zuvor war ihm eine Aufsehen erregende Erwerbung gelungen. Beim Stuttgarter Hofbildhauer Dannecker hatte er für 11.000 Gulden eine Marmorfassung der „Ariadne auf dem Panther“ bestellt. Der Künstler hatte schon 1803 einen Entwurf in Ton angefertigt und 1804 den Marmor im italienischen Carrara bestellt. Sein Arbeitgeber, der Württembergische Kurfürst Friedrich, zeigte jedoch kein Interesse an dem Werk. Deshalb bat Dannecker ihn um Erlaubnis, es für sich selbst behalten zu dürfen, um es dann einem zahlungskräftigen Kunden verkaufen zu können.

Die 1814 vollendete Marmorgruppe (157 x 136 x 63 cm) wurde 1816 im Bethmann‘schen Museum aufgestellt und schnell zur touristischen Attraktion der Stadt. 1856 wechselte sie in das nach ihr benannte „Ariadneum“ hinter dem Landhaus der Familie Bethmann. Die Skulptur zeigt Ariadne, Tochter des kretischen Königs Minos. Sie hatte dem Helden Theseus geholfen, das Ungeheuer im Labyrinth von Knossos zu töten. Theseus verliebte sich in Ariadne, ließ sie aber auf dem Weg nach Athen auf der Insel Naxos zurück. Dort fand sie der Weingott Dionysos und vermählte sich mit ihr. Der Panther, Symboltier des Dionysos, führte ihm Ariadne zu.

Danneckers Werk thematisierte die „Bezähmung der Wildheit durch die Schönheit“ („Merkur“, 1805) und fand aufgrund seiner schillernden Ausstrahlung zwischen klassizistischer Idealisierung und üppiger Sinnlichkeit eine große Resonanz in der Kunstwelt. Es wurde bewundert und gelobt, aber auch kritisiert und in unzähligen verkleinerten Kopien aus verschiedensten Materialien reproduziert und als Andenken verkitscht.

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