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Farbmusterkarten der Anilinfarbenfabrik Mainkur von Lepold Cassella & Co.

Die Farbprodukte der Cassella wurden weltweit mit Hilfe von Farbmusterbüchern und -karten beworben.

Leo Gans gründete 1870 in Fechenheim (Mainkur) die „Frankfurter Anilinfabrik von Gans und Leonhardt“, in der Farben aus Steinkohlenteer hergestellt wurden. Der Handelsmann Carl Weinberg und der Chemiker Arthur Weinberg traten 1880 bzw. 1883 in die Leitung der Firma ein. Die Brüder wurden zusammen mit Leo Gans die treibende Kraft des Unternehmens bei der Entwicklung und dem Vertrieb von neuen Farbstoffen und Medikamenten. 1894 vereinigte sich die Firma mit der „Leopold Cassella & Co.“ Die Firma stieg schnell zu einem der führenden Hersteller von synthetischen Farben weltweit auf; sie hatte weitere Produktionsstätten in Riga und Lyon sowie Verkaufsstellen in New York und Bombay. 1925 ging die Cassella in der Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG (I.G. Farben) auf. Das Fechenheimer Werk beschäftigte um 1900 über 2.000 Mitarbeiter/innen und besaß 128 deutsche und 245 ausländische Patente; 1914 waren es schon 3.000 Mitarbeiter/innen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1952 zur Neugründung der „Cassella Farbwerke Mainkur AG“. Seit 2013 gehört die Cassella zur WeylChem Unternehmensgruppe.
Die zum Teil zwei- und dreisprachigen Musterbücher machten die Farbpalette für die verschiedenen zu färbenden Wollgarne, Seiden und andere Textilstoffe bekannt. Die Bücher enthalten technische Angaben zu den Farben; manchen sind auch ausführliche technische Anleitungen und Zeichnungen für die verschiedenen Färbevorgänge beigefügt.
Ausgestellt wird eine wechselnde Auswahl von Farbmusterbüchern aus der Zeit um 1900 bis in die 1960er Jahre; sie gelangten 2009 als Konvolut der Höchster Histocom in das Historische Museum Frankfurt.